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Abi 1948

Klassentreffen der Abijahrgänge 1945-1948

Pünktlich gegen 19 Uhr trafen sie ein: gut gelaunt, gut gekleidet und teilweise in Begleitung, die Herren der Abiturjahrgänge 1946, 1947 und 1948. Aber so genau kann man das nicht sagen, da die Kriegswirren auch bei den Jahrgängen ziemlich Verwirrung verursacht haben. Deshalb ist für einige auch nicht der Abiturjahrgang, sondern das Eintrittsjahr entscheidend. Schnell entstanden im Clubhaus des TC Weisenhof lebhafte Gespräche an allen Tischen, der Raum war zu unserem Erstaunen mit gut 30 Personen belegt.

Die Damen trafen sich in separater Runde und unterhielten sich angeregt. Die Herren plauderten über vieles, zu unserer Freude auch viel über die guten alten Zeiten. Da blitzte es wieder auf, das Kinderlächeln in den Gesichtern der alten Herren, wenn sie von ihren verbotenen Spielen und lustigen Schülerstreichen erzählten. und alles während der Wirren des Krieges, während der Bombenangriffe auf die Stadt, teils im Klassenzimmer, teils im Luftschutzkeller. die Schülerinnen und Schüler erlebten diese seit mit kindlicher Unbekümmertheit und gleichzeitig frühreifem Ernst. Da machte die Geschichte von dem unbeliebten Lehrer die Runde, den man mal einfach per Inserat mit Trauerrand ins Jenseits beförderte und der am nächsten Tag zur Ohnmacht einiger Lehrer wieder zum Schuldienst erschien, oder die geheimen Treffen an Säule sieben der damals gegenüberliegenden Garnisonskirche. Herr Pfau, der dieses jährliche Treffen seit Jahrzehnten organisiert, hat alles fein säuberlich dokumentiert: Klassenfotos, Passbilder, Schülerzeitungen, aufmüpfige Schriften gegen die Lehrer und vieles mehr. Oft fällt beim gemeinsamen Betrachten der Zeitdokumente beiläufig der Satz: der ist schon früh gestorben. dann steht die Geschichte plötzlich vor einem, in Form eins kleinen Passbildes mit einem freundlichen Jungengesicht, und geht einem so richtig unter die Haut. Auffallend in den Gesprächen war, wie sehr die Schüler nicht nur mit dem ort des Dillmann Gymnasiums, sondern mit dem ganzen Ensemble, zu der auch die damalige Garnisonskirche gehörte, tief verbunden sind.

Schon als Kinder haben sich diese markanten Gebäude tief in das Gedächtnis der jungen Menschen eingeprägt, standen sie doch in ihrer repräsentativen Architektur auch für Ordnung und Strenge der damaligen Schulausbildung. Und streng ging es zu in den Klassenzimmern, ohne jeden Zweifel. Was blieb sind die genauen Erinnerungen an die einzelnen Charaktere der Lehrer und zuweilen die geradezu liebevolle Anerkennung ihrer pädagogischen Leistung. Wohl dem, der als Lehrer nach so langer Zeit ein vielleicht spätes Lob erhält. So war es ein einmaliger Abend, der bildlich gesprochen Generationen von Vätern und Söhnen zusammenführte und an dem sich alle glänzend verstanden.

Diejenigen die 1937 in das Dillmann eingeschult worden sind und 1945 hätten Abitur machen sollen, treffen sich im Hotel Royal. Herr Dr. Mayer, Spiritus Rector der Gruppe organisiert dieses Treffen alljährlich und kann sich über rege Beteiligung freuen.

Natürlich weihten wir den einen oder andern in unsere aktuellen Dillmann Alumni Aktivitäten ein, wofür wir zu unserer Freude viel Anerkennung und moralische Unterstützung erhielten.

Die Abi-Treffen waren ein eindrucksvolles Erlebnis für uns Junge, die älteren Herren in einer so tiefen menschlichen Verbundenheit untereinander, aber auch zu ihrer Schule erleben zu dürfen. Es war gerade die gemeinsame Zeit der Kriegswirren, die alle heute noch so eng zusammenhält und alljährlich wieder zusammenführt.

Etwas wehmütig Schritten sie wieder von dannen - unsere Junggebliebenen ehrwürdigen Herren vom Dillmann-Gymnasium - getreu nach der Devise: Nach dem Treffen ist vor dem Treffen. Hut ab für soviel Engagement!

Michael Herwarth (Text) und Eckardt Bihler (Bilder)

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Abi 1946
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Abi 1945

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