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Robert Bosch der Jüngere (1928 - 2004)

Am 2. August 2004 verstarb Robert Bosch der Jüngere, Sohn des Gründers der Robert Bosch GmbH in Stuttgart.

Er wurde 1928 in Stuttgart geboren, ging in Stuttgart-Gablenberg zur Grundschule und besuchte dann anschließend das Zeppelin-Gymnasium. 1943 musste er wegen der Bombenangriffe auf Stuttgart den Schulbesuch unterbrechen. In dieser Zeit arbeitete er als Mechanikerlehrling in Oberbayern. 1946 hat er dann am Dillmann-Gymnasium mit dem ersten Jahrgang nach dem Krieg das Abitur abgelegt.

Seit der Gründung des Dillmann-Vereins in den 50er Jahren war er dessen Mitglied. Nach dem Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Stuttgart trat Robert Bosch 1953 in das Unternehmen seines Vaters ein und wurde ein Jahr später in die Geschäftsführung berufen. Dort war er unter anderem für Entwicklung und Qualitätssicherung zuständig – zentrale Positionen in einem innovativen Unternehmen wie der Robert Bosch GmbH.

Robert Bosch der Jüngere war einer der wesentlichen Wegbereiter der zukunftsweisenden Gesellschafter- und Führungsstruktur der Bosch-Gruppe. Zusammen mit seinen Geschwistern hat er in den 60er Jahren den Großteil der Familienanteile am Unternehmen an die Robert Bosch Stiftung übertragen. Er gehörte zu den sieben  Testamentsvollstreckern des 1942 gestorbenen Firmengründers. Dessen Vermächtnis war es, dem Unternehmen „eine über die unausbleiblichen Schwierigkeiten und Krisen der Zukunft hinüberhelfende, kraftvolle und reiche Entwicklung zu sichern“. Eine wahrhaft visionäre Sicht. Die Unabhängigkeit der Bosch Gruppe wurde so langfristig gesichert. Das Unternehmen konnte sich damit unabhängig vom kurzfristigen Denken der Kapitalmärkte langfristig erfolgreich entwickeln.

Zudem ist die Familie Bosch damit einem weiteren Anliegen des Firmengründers, der neben wirtschaftlichen auch soziale und kulturelle Ziele verfolgte, gerecht geworden. Die Robert Bosch Stiftung hat seither gemeinnützige Aktivitäten mit mehr als 600 Millionen Euro gefördert. Von Robert Bosch dem Jüngeren stammt der Satz: „Geld für gemeinnützige Zwecke auszugeben, ist besser als Geld zu verdienen, das man ohnehin schon hat.“

Im Jahre 1971 wechselte er in den Aufsichtsrat, dem er bis Mitte 1978 angehörte. Dem Wechsel in den Aufsichtsrat ging die persönliche Entscheidung Boschs voraus, sich neuen Aufgaben zu widmen. Zusammen mit seiner Schwester Dr. Eva Madelung, die seinen Klassenkameraden Gero Madelung, 1946 ebenfalls Abiturient am Dillmann-Gymnasium, geheiratet hatte, gründete er 1971 in Stuttgart die „Stiftung für Bildung und Behindertenförderung GmbH“ (SBB). Ziel dieser Stiftung ist es, Arbeit für Menschen mit Behinderung zu schaffen und Bildungsprojekte für Jugendliche und für ältere Menschen nach den Berufsleben zu initiieren. Außerdem fördert die SBB die anwendungsbezogene Forschung auf dem Gebiet der Psychotherapie.

Robert Bosch hatte Anfang der 70er Jahre das Studium der Tiefenpsychologie am C.G. Jung Institut in Zürich aufgenommen und arbeitete viele Jahre als Psychotherapeut in freier Praxis in München. Zusammen mit seiner Frau Irmgard Bosch hat er sechs Kinder und vielfältige Interessen. Vor allem der Natur, der Kunst und dem Segeln war er sehr zugetan. Der Kreis seiner Familie war ihm zeitlebens immer sehr wichtig.

Eckardt Bihler


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