Schüler-Kunstwettbewerb zur Gestaltung der Aula-Innenwände

Zahlreiche Schülergruppen des Dillmann-Gymnasiums haben unter dem Motto „Schule selbst gestalten“ im Rahmen des Kunstunterrichts an einem Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung der Innenwände der Aula teilgenommen.

Alle Arbeiten wurden bei der traditionellen Dillmann-Hocketse zum Abschluss des Schuljahres am 1. August ausgestellt. Eine Jury bestehend aus Schülern, Lehrern, Eltern, einem Vertreter der Stiftung sowie einem Stuttgarter Kunstgaleristen wird alle Arbeiten begutachten und die drei besten Arbeiten während der Sommerferien prämieren. Diese Arbeiten werden zusammen mit dem Vorschlag der Architekten einer Schülervollversammlung am 29. September zur Abstimmung vorgestellt. Für Spannung ist deshalb gesorgt! Der Siegerentwurf wird dann in einem modernen Druckverfahren auf die Aulawände aufgebracht. Die Wände bestehen aus raumhohen demontierbaren Metallpanelen, die für diesen Zweck einzeln bedruckt und anschließend Stück für Stück eingebaut werden.

Schule selbst gestalten
Unter diesem Motto sollen die Schülerinnen und Schüler des Dillmann-Gymnasiums im Rahmen eines Wettbewerbs Gestaltungsvorschläge für die Wandgestaltung der neuen Aula mit Ganztagesbetreuung entwerfen.

Teilnahmeberechtigung
Teilnahmeberechtigt sind alle Schulklassen des Dillmann-Gymnasiums mit maximal drei Arbeiten. Die Entscheidungen werden klassenintern getroffen. Ein Vorschlag des beauftragten Architekten läuft außer Konkurrenz.

Verfahren
Das Verfahren ist anonym. Alle Teilnehmer wählen eine Tarnzahl aus 6 Ziffern. Die Tarnzahl hat die Abmessung 6 x 1 cm und ist rechts oben auf den Kunststoffplatten anzubringen. Die Art der Darstellung ist frei wählbar.

Leistungen
Der Vorschlag für die zwei Wandseiten im Maßstab 1:50 ist auf zwei Kunststoffplatten im Format 74 cm x 37 cm aufzubringen. Die auf dieses Maß gefertigten Kunststoffplatten werden zur Verfügung gestellt.

Bearbeitungsdauer
Der Wettbewerb wird im Sommerhalbjahr 2006 bearbeitet. Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen ist im März 2006. Abgabe der Arbeiten ist Ende Juli auf dem Sekretariat.

3D-Animation
Alle Gestaltungsvorschläge werden in ein Architekturmodell im Maßstab 1:50 eingesetzt und fotografiert. Modell und Fotografien werden zur Beurteilung herangezogen.

Preisgericht
Ein unabhängiges Preisgericht entscheidet in drei Durchgängen über die engere Wahl von drei Arbeiten. Dem Preisgericht gehören an

Manfred Birk, Schulleiter, stellvertretend für das Kollegium
Herr Deeg, Kunsterzieher
Herr Rütten-Klein, Elternbeirat, stellvertretend für die Eltern
Frau Annemarie Röhm, Stellvertretend für die SMV
Herr Alexander Fürstenberg, Stellvertretend für die SMV
Herr Michael G. Herwarth, Stellvertretend für die Dillmann Stiftung
Herr Mario Strzelski, Galerist und Publizist

Anschließend entscheidet eine Schülervollversammlung in offener Abstimmung über die drei ausgewählten Vorschläge sowie den Vorschlag des Architekten.

Preise
Die besten Vorschläge werden prämiert und im Jahrbuch 2006 veröffentlicht. Der erste Preis soll der Ausführung zu Grunde gelegt werden. Erläuterungen zur Aufgabenstellung Die Aula besteht aus zwei klar definierten Raumkörpern: Ein liegender und eher geschlossener Quader mit Haupt- und Nebenräumen, der in das Erdreich eingebettet ist und ein stehender und voll transparenter Quader mit dem Haupttreppenhaus, der aus dem Erdreich herausragt und ein prägnantes Zeichen setzt.

Das Haupttreppenhaus verbindet drei unterschiedliche Gestaltungsabsichten:

Alliteration: Die tragenden Bauteile nehmen das dunkle Anthrazit der tragenden Konstruktion des Verbindungssteges auf und verstehen sich als Anspielung auf die Architektur im Sinne der Moderne des Dillmann-Gymnasiums.

Abstraktion: Auf Farbe wird in diesem transitiven Bauteil fast völlig verzichtet. Visuelle Stimulatoren als Teil einer reizüberfluteten Umwelt werden bewusst vermieden. Das ruhig gestaltet Treppenhaus wird so zu einer ‚Sauberlaufstrecke für die Sinne’.

Attraktion: Nach soviel Abstraktion und Ruhe darf und muss etwas passieren. Durch die transparente Glashaut des Treppenhauses strahlt die lebendige und farbenfrohe Wandgestaltung der Aulawände – die eigentliche Attraktion des Bauwerks.

Konsequent ist die als Rückgrat der Komposition angelegte östliche Querwand zu den Sanitärräumen bzw. zum Küchenbereich in einem frischen Rot ausgeführt. Die weiteren Querwände mit den Zugängen zum Saal bzw. im Saal die Bühnenrückwand präsentieren sich in einem freundlichen Grau.

Mit der zurückhaltenden Farbgestaltung der Querwände ist der Weg frei für die lebendige und farbenfrohe Gestaltung der teilweise zweigeschossigen Längswände des Multifunktionsraums mit Foyer. Diese markante Raumbegrenzung reicht von der hellgrauen Bühnenrückwand bis zur in Rot ausgeführten östlichen Querwand im Foyerbereich.

Der Bodenbelag von Saal- und Galerieebene wird in Industrieparkett ausgeführt. Die Deckenuntersichten sind weiß. Die Geländer im Haupttreppenhaus und auf der Galerie sind in Glas mit Edelstahlhandlauf ausgeführt. Der Einsatz von unterschiedlichen Materialien wird reduziert, um die Wandgestaltung voll zur Geltung zu bringen.

Ursache und Wirkung sind bei dem architektonischen Konzept auf den Kontrast der Gestaltungselemente ausgelegt. Die vielfältige Nutzung des Multifunktionsraums führt gestalterisch nicht zwangsläufig zum kleinsten gemeinsamen Teiler mit indifferenter oder unverbindlicher Aussage.

Im Gegenteil: Es werden erfrischende und mutige Lösungen gesucht, die den unterschiedlichen Aktivitäten der Aula mit Ganztagesbetreuung überraschenden Charme verleihen. Ist Kammermusik vor einer Graffiti-Kulisse weniger ansprechend? Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt!

Hinweise zur Aufgabenstellung
Das Gebäude ist in die Erde eingebettet und wird über Dachflächen-Fensterbänder und das verglaste Treppenhaus natürlich belichtet. Die Innenraumwandgestaltung fungiert auch als Reflexionsfläche des Tageslichts und soll tendenziell nicht zu dunkel gestaltet sein. Alle Möglichkeiten des Farbspektrums stehen grundsätzlich zur Verfügung.

Jede der beiden Wandseiten ist durch die Foyerwand vertikal sowie durch die Galerieebene horizontal geteilt. Insgesamt ergeben sich dadurch wegen der unterschiedlichen Längen und Höhen der Räume 8 Einzelflächen in 4 unterschiedlichen Abmessungen. Diese können je nach Entwurfsidee als ein Bild oder maximal 8 Bilder betrachtet werden.

Die Wandkonstruktion besteht aus Holz/Metallelementen mit einem Achsmaß von ca. 1.00 m bis 1.20 m. In der Höhe spannen die Elemente vom Boden bis zur (Galerie-)Decke. Die vertikalen Stoßfugen werden als unauffällige Schattenfugen ausgebildet. Einige Paneele sind fein perforiert und dienen als Zuluft-Öffnung.

Der Entwurf der Wandgestaltung wird im Siebdruckverfahren auf die einzelnen Wandelemente aufgebracht. Die fertigen Elemente werden dann in die dafür vorbereitete Unterkonstruktion fest eingehängt. Die gesamte Wandkonstruktion ist zu Wartungszwecken demontierbar.

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FERIENTICKER:
Noch Tag(e) bis zu den Herbstferien!