Gelungene Spendenaktion

Gelungene Spendenaktion
Ehemalige Schüler des Dillmann-Gymnasiums ermöglichen privat finanzierten Erweiterungsbau - Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro

13 Monate lang viel Baulärm und anderen Unannehmlichkeiten hatten Schüler und Lehrer des Dillmann-Gymnasiums ertragen - der Lohn dafür ist der Erweiterungsbau, der nun offiziell eingeweiht wurde.

S-WEST - Seit Jahren fehlte am Dillmann-Gymnasium ein Veranstaltungssaal für Orchesterkonzerte und Theateraufführungen. Die Schüler mussten stets auf die Turnhalle ausweichen, welche nicht nur äußerlich, sondern auch technisch den künstlerischen Anforderungen nicht gewachsen war. Deshalb wurde schon früh der Wunsch nach einem Erweiterungsbau an Stadt und Land formuliert. Dort stieß man jedoch aufgrund fehlender Mittel auf Ablehnung. Doch davon ließ sich die Schule nicht entmutigen und fand im Ehemaligenverein des Dillmann-Gymnasium rege Unterstützung. Gemeinsam gründete man eine Alumni-Initiative, über deren Internetportal sich weitere Förderer fanden. Das ambitionierte Ziel: der Bau einer Aula für Veranstaltungen und die in der Zwischenzeit ausgebaute Ganztagesbetreuung an der Schule.

Die Fundraisingkampagne der eigens gegründeten Dillmann Stiftung dauerte zwei Jahre und wurde durch zahlreiche Spendenaktionen der Schüler und Lehrer unterstützt. So fanden mehrfach Rad- und Kunstmärkte, eine Lesung mit dem Schauspieler Walter Sittler und andere Spendensammlungen statt. Dadurch ist es der Schulgemeinschaft und Ehemaligen gelungen, innerhalb von zwei Jahren die Baukosten von rund 3,5 Millionen Euro zu sammeln. Soviel Engagement veranlasste auch die Stadtverwaltung und den Gemeinderat der Landeshauptstadt dazu, das Bauprojekt mit 750 000 Euro aus dem Haushalt zu unterstützen.

Im Februar 2006 tätigte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster den ersten Spatenstich, im September war das Richtfest und nach nur 13 Monaten Bauzeit konnte die Schulgemeinschaft nun die Einweihung der Aula feiern. Bei einem Festakt wurde der Schlüssel der Aula symbolisch an den Schulträger, die Landeshauptstadt Stuttgart, übergeben. Schulbürgermeisterin Eisenmann bedankte sich in ihrer Rede für das "außergewöhnliche Engagement" der Ehemaligen, Eltern, Schüler und Lehrer. Eisenmann selber habe anfangs nicht so recht an den Erfolg des kostenintensiven Projektes glauben können. Aber "das Ergebnis kann sich sehen lassen", bewunderte sie die zwischen den beiden Gebäudeflügeln des denkmalgeschützten Schulgebäudes versenkte Aula.

Große Oberlichter und ein verglaster Aufzug durchfluten den Saal sechs Meter unter der Erdoberfläche mit Licht. Auch Staatssekretär Wacker dankte im Namen der Landesregierung allen Spendern für ihren Beitrag und zeichnete die ehrenamtlich tätigen Eltern des Dillmannschen Küchenkabinetts für ihren unermüdlichen Einsatz für die Schule aus. Doch die Eltern hatten an ihn noch ein weiteres Anliegen: "Ehrenamt stößt auch an seine Grenzen", betonte Sprecherin Eva Walter. Um den in den Ganztagsbetrieb der Schule integrierten Mittagstisch dauerhaft zu sichern, solle das Land einen Beitrag leisten, so der Wunsch der Elternvertreterin.

Schulleiter Manfred Birk freute sich, dass dem Dillmann-Gymnasium, das seit Jahren steigende Anmeldezahlen zu verzeichnen hat, nun endlich die dringend benötigten Räumlichkeiten für die Ganztagesbetreuung zur Verfügung stehen. "In der Aula werden Schülerbetreuung, Mittagstisch, Arbeitsgemeinschaften und Kreativangebote Platz finden, die wir im pädagogischen Grundkonzept der Schule verankert haben. Außerdem hat unsere Schule nun einen repräsentativen Raum für Ausstellungen, Konzerte und Aufführungen", so Birk. Der Architekt und Vorsitzende der Dillmann Stiftung, Michael Herwarth, betonte, dass "der Neubau mit dem markanten Glaskubus sich harmonisch in das denkmalgeschützte Ensemble des Dillmann-Gymnasiums einfügt".

Die Wandgestaltung im Innenraum der Aula sei von Schülerinnen und Schülern im Rahmen eines Kunstwettbewerbes selbst entworfen und bei einer Vollversammlung entschieden worden. Die Preisträgerentwurf der beiden Achtklässler Timo Zunft und Jonas Bauer zeigt bunte, aufsteigende Luftblasen und wurde im Rahmen der Eröffnungsfeier ausgezeichnet. Die Arbeitsgemeinschaften der Schule stellten ihre vielseitigen Angebote vor. Experimentalmusik, Turnen, Streetdance und selbst geschriebene Lyrik standen dabei ebenso auf dem Programm wie eine Tell-Probe und eine Fotodokumentation des Bauverlaufes der Aula. Zum Abschluss der Feier traten am Abend Unter- und Oberstufenchor sowie Orchester und Theater-AG des Dillmann-Gymnasiums erstmals gemeinsam in der bis auf den letzten der 360 Plätze voll besetzten Aula auf.

Stuttgarter Wochenblatt, 29. März 2007


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