Der Konkurrenzkampf um Schüler wird härter

Der Konkurrenzkampf um Schüler wird härter
Innovative Oberschulen haben bei den Fünftklässlern die Nase vorn - Profil, Betreuung, Atmosphäre entscheiden

Für Eltern und ihre Kinder wird die Wahl des „richtigen“ Gymnasiums immer schwerer, die Schulen kämpfen um jeden Schüler. Manche Schulen büßen ganze Klassen ein, andere können gar nicht alle Bewerber nehmen.

Von Inge Jacobs

Die Zahl der Anmeldungen an den allgemein bildenden Gymnasien in Stuttgart ist im Vergleich zum Vorjahr von 1753 auf 1745 zurückgegangen. Das Dillmanngymnasium allerdings darf sich im Wettbewerb um die Schüler zu den Siegern zählen: 102 Kinder wollten auf die Traditionsschule mit dem besonderen Profil - wahlweise in den Zug mit Latein und Englisch oder, noch gefragter, in den bilingualen Englischzug. Das sind 29 Schüler mehr als im Vorjahr - zu viel für drei Klassen. Deshalb hat Schulleiter Manfred Birk sieben Schüler abgewiesen, einvernehmlich mit den Eltern, wie er betont. Vorrang haben Kinder von Exschülern und Geschwister von Dillmann-Schülern. Schlechte Karten hatten Kinder von auswärts.

„Wir hatten auch Anmeldungen aus Kornwestheim, aber wir bedienen zuerst Stuttgarter Schüler“, sagt Birk. Die große Resonanz führt er nicht nur auf das Bildungsangebot und die Europaausrichtung zurück, sondern auch auf die starke Identifikation mit der Schule, auch von Ehemaligen, die engagiert zur Stelle sind, wenn es um den Bau einer Aula oder um Praktikantenstellen geht. Birk nennt es den „Dillmann-Geist“. „Der Wettbewerb um Schüler bringt uns alle voran“, sagt Birk. „Heute muss ein Schulleiter innovativ sein. Wir nähern uns damit den Privatschulen an und können ganz gut mit denen konkurrieren. Ideal wäre, wenn wir uns alle Lehrer selber aussuchen könnten.“ [...]

Stuttgarter Zeitung, 14. Juni 2005


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