Schulprofil des Dillmann-Gymnasiums

Dieses Schulprofil wurde am 10. Januar 2005 von der Schulkonferenz einstimmig verabschiedet. 
 

Präambel:

Das Schulprofil stellt den Rahmen und die Zielsetzungen für das Miteinander der Lehrer-, Schüler- und Elternschaft und für das Lehren und Lernen dar. 
 Es gliedert sich auf in ein fachliches und ein erzieherisches Grundkonzept, deren Inhalte im Unterricht und in schulischen Veranstaltungen den Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. Hierbei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass die Vorgaben des erzieherischen Grundkonzepts in pädagogisch geeigneter Form der Vermittlung der Lerninhalte zu Grunde gelegt werden und diese Verzahnung den Schülern/innen deutlich gemacht wird.
 Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern erwarten voneinander, dass sie in ihrem praktischen Wirken die Identifikation mit dem Schulprofil deutlich machen.
 

A. Pädagogisches Grundkonzept:

(erarbeitet vom Eltern-Lehrer-Gesprächskreis am Dillmann-Gymnasium)
 Das Dillmann-Gymnasium ist eine überschaubare Schule, an der sich Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrer persönlich kennen und in der alle zusammen Verantwortung übernehmen.
 Individuelle Betreuung und Beratung bei Schulschwierigkeiten findet durch Fach- und Klassenlehrer, Beratungslehrer, Klassenkonferenz und Schulleitung statt. Die Klassenkonferenz spielt bei der Lösung insbesondere sozialer Probleme eine tragende Rolle.
 Die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule ist ein besonders zu förderndes Ziel.
 Hierzu gehört auch die Förderung der Persönlichkeit mit einem hohen Maß an Selbstmotivation und mit der Fähigkeit zu Toleranz, Kritik und Verantwortung.
 Insbesondere nachfolgende Prinzipien sollen deshalb zum Maßstab erzieherischen Handelns für Lehrer und Eltern und für das schulische und außerschulische Verhalten der Schüler und Schülerinnen am Dillmann-Gymnasium gemacht werden:
 

I. Akzeptanz

Akzeptanz bedeutet allgemein zwischenmenschliche Anerkennung, sowie Respekt, Toleranz und das Bemühen um Verständnis. Um dieses Erziehungsziel zu erreichen, ist es für Schüler, Lehrer und Eltern erforderlich, diese Werte vorzuleben, indem sie die Notwendigkeit erkennen, sich selbst und andere anzunehmen. 
Lehrerinnen und Lehrer leben Akzeptanz im Unterricht vor, indem sie insbesondere eine respektvolle Sprache verwenden und aktiv zuhören. 
 Sie unterstützen die Entwicklung von Akzeptanz dadurch, dass sie Schüler und Schülerinnen auf besonders tolerantes oder intolerantes Verhalten hinweisen oder Regeln für die Klassengemeinschaft vereinbaren. Sie werben um das Verständnis für andere, für deren Handlungs- und Sichtweisen. Mentorentraining, Konflikttraining und Streitschlichtermodelle unterstützen diesen Ansatz. 
Der Klassenkonferenz kommt eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle des Fortschritts der Akzeptanz bei den Schülern und Schülerinnen und der Reflexion möglicher pädagogischer Schritte zu. Akzeptanz wird fachdidaktisch immer wieder thematisiert und fließt in den Unterrichtsstoff und die Unterrichtsgestaltung mit ein. 
Die Eltern leben ihren Kindern Akzeptanz ebenso wie die Lehrer vor. Dazu gehört, den Kindern aktiv zuzuhören, eine respektvolle Sprache zu verwenden, insbesondere gegenüber den Kindern, untereinander und wenn es um Schule, Lehrer und Unterricht geht. 
Sie unterstützen die Herausbildung von Akzeptanz, indem sie positive Handlungs- und Denkweisen ihrer Kinder wahrnehmen, lobend anerkennen und negative Handlungsweisen ansprechen und tadeln. 
Eltern werben in allen Konfliktfällen um Verständnis für die Denk- und Handlungsweisen des Anderen. Sie vermeiden Vorverurteilungen und zeigen Lösungsstrategien auf, die auf Anerkennung beruhen. 
Die Schüler und Schülerinnen üben Akzeptanz ein, indem sie sich z.B. eine Klassenverfassung erarbeiten, Verantwortung für sich und ihre Freunde bzw. Banknachbarn übernehmen, sich an einem Streitschlichtermodell beteiligen und diesem zum Erfolg verhelfen. 
 Zeit und Raum für Gespräche sowie Offenheit bzw. Bereitschaft, auf die Probleme der Kinder einzugehen sind wichtige Voraussetzungen für die Durchführung dieser Schritte. 
 

II. Verantwortung

Verantwortung übernehmen zu können ist sehr wichtig, sei es für die Gemeinschaft – hier besonders der Schule - oder für sich selbst. Verantwortliches Handeln stärkt das eigene Wohlbefinden, die eigene Leistung und die Freude am Lernen sowie die Atmosphäre in der Klasse und der ganzen Schule. Um zu diesem Ziel zu gelangen, müssen wir verantwortliches Handeln einander vorleben, auch wenn manches dadurch mühsamer oder langwieriger wird und das Erlernen und Einüben fördern. 
 Lehrerinnen und Lehrer übernehmen Verantwortung für die individuelle Förderung der Schüler/innen, für das Lehren von Lernen und Schaffung einer geeigneten Lernatmosphäre durch authentisches Verhalten. Sie sind offen für Gespräche auch mit den Eltern und achten auf einen respektvollen Umgang miteinander. 
Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Verhalten und stehen zu den Folgen gegenüber sich selbst, gegenüber der Gruppe und gegenüber einzelnen. Sie lernen den Umfang ihrer Anstrengungen als Teil ihrer Eigenverantwortung zu sehen. Sie sehen nicht weg, wenn eine Situation ihr Handeln erfordert. Sie sorgen für eine Umgebung, in der Lernen stattfinden kann. Sie halten sich an die Hausordnung. 
Eltern übernehmen Verantwortung für eine angemessene Beschäftigung mit ihrem Kind und für geeignete Lernvoraussetzungen zu Hause und fördern die Zuverlässigkeit ihres Kindes. Eltern zeigen ihre Zugehörigkeit zur Schulgemeinschaft durch eine positive Darstellung der Schule und ihr persönliches Engagement. Sie nehmen ihre Verantwortung wahr in der Zusammenarbeit mit der Schule, indem sie Anteil nehmen und sich nach dem schulischen Stand ihres Kindes erkundigen, an den Elternabenden teilnehmen, und nach ihren Möglichkeiten im Elternbeirat und bei besonderen Veranstaltungen mitwirken. 
 

III. Selbstmotivation:

Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sollen beim Umgang mit Erfolg und Misserfolg, bei der Arbeitshaltung und der Einstellung zu alltäglichen Pflichten gegenüber Schülerinnen und Schülern Vorbild sein. Kinder und Jugendliche sollen gelobt werden. Ziele sollen nicht unerreichbar weit gesteckt werden, sie sollen vielmehr erreichbar sein, indem kleine Schritte vorgegeben werden. Die Kinder sollen unterstützt werden, wenn sie Talsohlen durchschreiten müssen. Ihr Blick soll nach vorne gelenkt werden. Kinder müssen Selbstvertrauen aufbauen können. 
Lehrerinnen und Lehrer sollen Lerntechniken unter Berücksichtigung der jeweiligen fachlichen Besonderheiten vermitteln. Die Unterrichtsmethoden müssen so gestaltet werden, dass die Schüler und Schülerinnen zum Aufnehmen und Nachlernen des Stoffes motiviert werden. 
 Von Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie zuhören können, Bereitschaft zeigen, Anstrengung zu bringen, dass sie eigene und fremde Leistungen anerkennen - auch die Leistungen der Lehrer und Lehrerinnen - und dass sie Leistungsbereitschaft anderer nicht diskriminieren. 
 

IV. Kritikfähigkeit

Eltern, Lehrerinnen und Lehrer leben Kritikfähigkeit vor, das heißt sie müssen nicht nur kritisieren, sondern auch kritisiert werden können, ohne auf der einen Seite verletzend oder auf der anderen Seite beleidigt zu sein. Sie müssen zu Kritik stehen können und andererseits auch fähig sein, unberechtigte Kritik als solche zu erkennen und zurückzunehmen. 
In einer angstfreien Atmosphäre erreichen sie, dass Kritik nicht negativ empfunden wird. Es sollen Anlässe genutzt werden, um Kritik einzuüben und die hierbei erforderlichen Formen zu wahren. Schülerinnen und Schüler sollen darin gefördert werden, Situationen zu erkennen, in denen sachliche Kritik geboten ist und wie sie anzubringen ist. 
 Kritikfähigkeit wird durch das Vermitteln von positiver Kritik und durch die differenzierte Betrachtung in Form einer Wertschätzung gefördert. 
 Schülerinnen und Schüler sollen die Fähigkeit erlangen, Lernverhalten und Lerninhalte zu hinterfragen. Sie müssen ihr eigenes Handeln differenziert betrachten. 
 Bei der Ausübung von Kritik sollen sie sich der Subjektivität des eigenen Standpunkts bewusst sein. Der Nächste muss mit seinen Schwächen und Stärken angenommen werden. 
Kritikfähigkeit soll dazu führen, Verständnis für die Regeln des Zusammenlebens aufzubringen. Besonders ist auf die Wortwahl zu achten. 
Schüler werden dazu angehalten, untereinander konstruktive Kritik zu üben. 

B. Fachliches und methodisches Grundkonzept:

 Übergeordnetes Ziel ist das Erlangen einer breiten sprachlichen Kompetenz verbunden mit fundierter naturwissenschaftlicher Ausbildung und der Möglichkeit, ein individuelles Bildungsprofil zu entwickeln.
 

I. Züge ab Klasse 5

a. Latein und Englisch parallel
 Latein bildet nicht nur generell die Basis für den Erwerb weiterer europäischer Fremdsprachen, sondern es bietet auch eine formale Grundlage für das Erlernen und Bewusstmachen von sprachlichen Strukturen. Zum Beispiel erleichtert die im Lateinunterricht erworbene grammatische Kompetenz das Verständnis des Englischen und anderer Sprachen. Englisch wiederum fördert die kommunikative Sprachkompetenz. Am Ende von Klasse 10 wird der Erwerb des Großen Latinums möglich und damit die uneingeschränkte Studierfähigkeit. 
b. Englisch bilingual 
In diesem Zug findet in den Klassen 5 und 6 das Fach Englisch mit erhöhter Stundenzahl statt, um die Grundlagen für den bilingualen Ausbildungsgang zu schaffen: Den Unterricht auf Englisch auch in Sachfächern. 
- in Klasse 7 und 8 Englisch im Fächerverbund Geographie/Wirtschaft/Gemeinschaftskunde 
- in Klasse 8 und 10 in Geschichte 
- in Klasse 9 und 10 in Biologie 
Das Ziel dieses Zuges ist 
 - die Vermittlung einer breiten, auch fachspezifischen Kompetenz im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der englischen Sprache 
- die Vorbereitung auf den Erwerb des Cambridge Certificates als zusätzliche Qualifikation für Beruf und Auslandsstudium. Mit Französisch ab Klasse 6 wird die aktive Fremdsprachenkompetenz auf eine weitere Weltsprache ausgedehnt. 
c. Frühe Heranführung an naturwissenschaftliches Arbeiten 
In beiden Zügen werden die Schüler im Fach Naturphänomene schon in der Unterstufe an naturwissenschaftliches Arbeiten und erstes Experimentieren herangeführt. Sie lernen den Umgang mit dem Computer für das Arbeiten in der Schule. 
 

II. Profilwahl ab Klasse 8: Die „Dillmanngabel“ 

Die Schülerinnen und Schüler beider Züge entscheiden erst nach Klasse 7, ob sie sich eher naturwissenschaftlich oder sprachlich – mit Spanisch als dritter Fremdsprache – profilieren wollen. 
a. Das naturwissenschaftliche Profil 
Wer sich für das naturwissenschaftliche Profil entscheidet, wählt mit dem Fach Naturwissenschaft und Technik (NWT) eine umfassende, durch Praktika und technische Anwendung vertiefte naturwissenschaftliche Ausbildung. Die mögliche Kombination dieses Profils mit Latein ab Klasse 5 ist in Stuttgart einmalig (Dillmanngabel). 
b. Sprachliches Profil (Spanisch) 
 Wer sich für das sprachliche Profil entscheidet, wählt Spanisch als dritte Fremdsprache. Da es sich besonders eng an Latein anlehnt, bietet es für die Lateinschüler eine unmittelbare Umsetzung ihrer im Unterricht erworbenen Grundlagen. Für die Englischschüler des bilingualen Zuges bedeutet Spanisch ebenfalls eine sinnvolle Erweiterung ihrer sprachlichen Qualifikation. 

III. „Partnerschule für Europa“ 

 Dieses vom Kultusministerium verliehene Prädikat verdeutlicht die Einbindung unserer Schule in den europäischen Rahmen. 
Wir organisieren 
- Aufenthalte in Familien in Südengland 
- Aufenthalte in Familien in Südengland 
- Austauschpartnerschaften mit Schulen in Montpellier (Frankreich), Valencia und Alberic (Spanien) und mit der International School in Bellevue/Seattle (USA) 
Europäisches Kulturbewusstsein wird im Unterricht besonders vertieft durch das mehrsprachige interkulturelle Kompetenztraining im sprachlichen Profil und durch das Projekt ‚Europa’ in der Lateinklasse. 
 

IV. Das Lernkonzept des Dillmann – Gymnasiums 

Im Rahmen unseres Lernkonzepts werden den Schülern in den beiden Eingangsklassen die nötigen Grundlagen für Lernorganisation und Informationsmanagement vermittelt. Forschen und Teamarbeit stehen dann in den Klassen 7 und 8 im Vordergrund, während in den Klassen 9 und 10 der Blick für systematische Zusammenhänge geschärft werden soll. Das Methodencurriculum in den Klassen 5 und 6 konzentriert sich auf das „Lernen lernen“ und die fachintegrierte Freiarbeit. In Klasse 8 liegt der Focus dann auf der Methodik des Experiments, während in den Klassen 9 und 10 Präsentation und Rhetorik im Mittelpunkt stehen. Die besondere Schulung der Medienkompetenz erfolgt in den Klassen 5 und 6 mit der IT-Einführung und dem Museumsprojekt, in Klasse 8 durch IT-Erweiterung und in Klasse 10 mit der mediengestützten Präsentation. Die Entwicklung von sozialer und personaler Kompetenz unterstützen die Projekte Gesundheitserziehung in Klasse 7, sowie das Projekt Soziales Engagement außerhalb der Schule für die Klasse 9. Die verantwortliche und engagierte Mitwirkung der SMV am Schulleben und dem jährlichen Veranstaltungsprogramm des Dillmann-Gymnasiums trägt erheblich zur Stärkung dieser Kompetenz bei und fördert die Identifikation mit dem Geist der Schule. Arbeitsgemeinschaften helfen bei der Ausbildung persönlicher Kreativität: In den Gruppen Chor, Orchester, Theater, Kreatives Schreiben, Fotografie, Tanz, Sport, Textiles Werken, IT-Gestaltung und der Mitarbeit bei der Erstellung der Schülerzeitung können die Schüler ihre individuellen Neigungen entfalten. Die Nachmittagsbetreuung umfasst neben dem von engagierten Eltern und Lehrern organisierten Mittagstisch von Montag bis Donnerstag in der Schulcafeteria auch die Hausaufgabenbetreuung durch Schüler der Oberstufe. Der Beratungslehrer kann Kinder, bei denen sich Schul- und Lernschwierigkeiten zeigen, unterstützen. Das grundlegende pädagogische und das fachlich-methodische Konzept wirken zusammen mit dem Ziel, Individualität und soziale Verantwortung des Schülers zu fördern. Im Sinne des Ideals einer humanistisch geprägten, modernen Bildung werden Kinder und Jugendliche am Dillmann-Gymnasium auf die Herausforderungen des Lebens vorbereitet.


FERIENTICKER:
Noch Tag(e) bis zu den Sommerferien!