Herr Dillmann

Bahnbrechender Pädagoge

Der Christian Heinrich Dillmann isch wie sein Brueder, der berühmte Orientalist Christian Friedrich August Dillmann (1823 bis 1894), a Jonger von dem Schuelmeister Elias Dillmann (1794 bis 1877) ond isch am 30. Dezember 1829 en Illinge em Oberamt Vaihinge/Enz uff d` Welt komme. Bis zom zehnte Lebensjahr wird er drhoim „trefflich erzogen und unterrichtet“, ond därf no, gscheit wien`r isch, omesonst uff die effangelische Klosterschuele Maulbronn ond Schöntal ond en Dibenge uffs Stift, ond isch zu de „Roigel“ gange. Schafft mit zwoiazwanzich `s Exame ond schafft als Vikar a Weile en Neuebürg ond siebe Jahr en Esslinge. Ond „durchdrungen von der Immanenz Gottes in der Natur, war Dillmann von einer tiefen inneren Frömmigkeit“ ond „ein beliebter Kanzelredner“. Aber jetz druckt dr Schuelmoister en ihm durch, ond er studiert „Mathematik und Naturwissenschaften am Stuttgarter Polytechnikum“ ond mit dreißich wird`r Mathelehrer am Eberhard- Ludwigs- Gymnasium. 1862 schreibt`r sei ersts Buech: „Die Volksbildung nach den Forderungen des Realismus.“ `s Jahr druff schickt`n dr wirtebergische Kultminister zu de Preuße ond Sachse. Ond dr Dillmann kommt wieder hoim ond macht seine Vorschläg, ond anno 1867 „kommt es zur Gründung des Stuttgarter Realgymnasiums als eines lateinischen Gymnasiums mit höherer Mathematik“. Ond se machet den Matheprofesser vom Ebelu zom Rektor vom „Realgymnasium“, ond seit 1926 hoißt des sogar „Dillmann- Gymnasium“. Ond en ganze Haufe schwäbische Genie ond Obergscheitle send en dui Schuel gange: Dr Reinhold Meier ond dr Rheinhold Nägele beispielsweis, dr Arnulf Klett ond dr Fritz Leonhardt, dr Karl Münchinger ond dr Fritz Nallinger, ond viele andere. Ond sogar dr Bundeskanzler ond Hohenzollernsproß Kurt Georg Kiesinger hat dort`s Abitur gmacht. 
Gerhard Raff 

Übersetzung

Christian Heinrich Dillmann ist wie sein Bruder, der berühmte Orientalist Christian Friedrich August Dillmann (1823 bis 1894), ein Junger, Sohn von Schulmeister Elias Dillmann (1794 bis 1877) und ist am 30. Dezember 1829 in Illingen im Oberamt Vaihingen/Enz auf die Welt gekommen. Bis zum zehnten Lebensjahr wird er daheim „trefflich erzogen und unterrichtet“, und darf nun, klug wie er ist, umsonst auf die evangelische Klosterschule Maulbronn und Schöntal und in Dibengen auf das Stift, und ist zu den „Roigel“ gegangen. Schafft mit zweiundzwanzig das Examen und schafft als Vikar eine Weile in Neuebürg und sieben Jahre in Esslingen. Und „durchdrungen von der Immanenz Gottes in der Natur, war Dillmann von einer tiefen inneren Frömmigkeit“ und „ein beliebter Kanzelredner“. Aber jetzt mö er Schulmeister werden, und er studiert „Mathematik und Naturwissenschaften am Stuttgarter Polytechnikum“ und mit dreißig wird er Mathelehrer am Eberhard- Ludwigs- Gymnasium. 1862 schreibt er sein erstes Buch: „Die Volksbildung nach den Forderungen des Realismus.“ Im Jahr darauf schickt ihn der würrtembergische Kulturminister zu den Preußen und Sachsen. Und Dillmann kommt wieder heim und macht seinen Vorschläge, und anno 1867 „kommt es zur Gründung des Stuttgarter Realgymnasiums als eines lateinischen Gymnasiums mit höherer Mathematik“. Und sie machen den Matheprofessor vom Ebelu zum Rektor vom „Realgymnasium“, und seit 1926 heißt es sogar „Dillmann-Gymnasium“. Und ein ganzer Haufen schwäbischer Genies und „Obergscheitle“ sind in die Schule gegangen: Dr. Reinhold Meier und Rheinhold Nägele beispielsweise, Arnulf Klett und Fritz Leonhardt, Karl Münchinger und Fritz Nallinger, und viele andere. Und sogar der Bundeskanzler und Hohenzollernsproß Kurt Georg Kiesinger hat dort sein Abitur gemacht.
Gerhard Raff 
Quelle: Stuttgarter Zeitung 
 


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