Probleme - was tun?

Wenn wir als Eltern Probleme in oder mit der Schule feststellen, dann entweder anhand der Erzählungen unseres Kindes oder anhand der Noten des Kindes. In beiden Fällen stellt sich uns die Frage, wie wir darauf reagieren können und sollen.

Wir wollen versuchen, Ihnen hier einen Leitfaden vorzustellen, mit dem gewährleistet wird, dass ein Problem wirklich angegangen wird, ohne dass durch ein "über das Ziel hinausschießen" mehr Schaden angerichtet als Hilfe geleistet wird.

Schulprobleme

Es gibt zwei deutlich unterschiedliche Arten von Problemen. (A) Individuelle Probleme, die nur das eigene Kind betreffen und (B) allgemeine Probleme, die sich aus der Klassenstruktur und dem Schüler-Lehrer-Verhältnis ergeben. Die beiden Arten gehen oft ineinander über, aber meist kann man doch deutlich sagen, welche Art von Problem vorliegt.

A) Individuelle Probleme

1. Wenn unser Kind Probleme mit dem Stoff, einem bestimmten Lehrer oder einer Lehrerin, der Akzeptanz in der Klasse oder etwas anderem Schulspezifischem hat, ist der erste Ansprechpartner immer der/die Fachlehrer/in. Mit ihm oder ihr sollte man einen Termin vereinbaren und über die Probleme des Kindes ausführlich reden. In den meisten Fällen führt dies schon zu einer Klärung.

2. Im nächsten Schritt ist dann der/die Klassenlehrer/in unser Ansprechpartner. 
Spätestens ab diesem Punkt sollte man auch versuchen zu klären, ob es sich tatsächlich um ein individuelles Problem handelt oder ob man nicht zuerst den Kontakt zu anderen (betroffenen) Eltern sucht (wie in B besprochen).

3. Wenn das Problem weiter besteht - oder so nicht lösbar ist - sollte ein/e weitere/r LehrerIn kontaktiert werden, bei dem oder der das Problem entweder auch besteht oder eben nicht besteht. Hier kann geklärt werden, ob es sich um ein Problem auf der zwischenmenschlichen oder der fachlichen Ebene handelt.

4. Führt auch das nicht zum gewünschten Erfolg, dann sollte man sich an den/ie ElternvertreterIn (Klassenpflegschaftsvertreter/in) wenden und sie oder ihn bitten, bei einem weiteren Gespräch dabei zu sein - um so eine weitere Meinung zu hören.

5. Wenn auch dies zu keiner Lösung führt, sollte die/der EB-Vorsitzende miteinbezogen werden. Von hier aus kann dann über eine Klassenkonferenz bis hin zur Einbindung der Schulleitung alles weitere versucht werden, um das Problem zu lösen. 

B) Allgemeine Probleme

1. Unser erster Ansprechpartner ist immer das Kind.

Wenn wir von Dingen berichtet bekommen, die uns merkwürdig vorkommen oder problematisch, sind wir zuerst gefordert mehrfach nachzufragen, wie sich die Sache genau verhält. Wichtig ist dabei, dass wir versuchen zu klären, was nun erzählerische Ausschmückung oder verschämtes Verschweigen ist und was sich tatsächlich zugetragen hat.

2. Der Kontakt mit anderen Eltern 
 
Ein nächster und sehr hilfreicher Schritt ist die Kontaktaufnahme zu anderen Eltern aus der Klasse. Zunächst zu Eltern aus dem Freundeskreis des Kindes und dann aber auch zu anderen Eltern - um auszuschließen, dass sich eine einzelne Clique in eine bestimmte Sicht- und Darstellungsweise verrannt hat.

3. Der Kontakt zur/m Fach- oder KlassenlehrerIn 
 
Wenn ein einigermaßen klares Bild von dem Problem gefunden ist, ist die nächste Anlaufstelle der/die Fachlehrer/in bzw-  der/die Klassenlehrer/in. Hier kann im Einzelgespräch auf das allgemeine Problem hingewiesen werden und die Sicht der LehrerInnen geklärt werden.

4. Einbeziehung der ElternvertreterInnen 
 
Sind die Gespräche mit den LehrerInnen nicht zufriedenstellend oder kann keine Lösung gefunden werden, sollten die gewählten ElternvertreterInnen der Klasse angesprochen werden, die sich dann mit den LehrerInnen in Verbindung setzen werden.

5. Einbeziehung der/s Elternbeiratsvorsitzenden 
 
Sollte auch dies zu keiner praktikablen Lösung führen, wird es Zeit die/den Elternbeiratsvorsitzende/n miteinzubeziehen. Diese können dann sinnvoll mit der Klassenkonferenz oder der Schulleitung wegen des Problems in Kontakt treten.

Links

Folgende Links können Ihnen vielleicht auch weiterhelfen:

Forum des Gesamtelternbeirats Stuttgart
Hier können Sie andere um Rat fragen und bekommen kompetente Auskunft in formalen, organisatorischen und rechtlichen Fragen. 


Virtuelle Beratungsstelle für Eltern im Internet
Eine umfangreiche Seite mit vielen Informationen und der Möglichkeit sich direkt auszutauschen. 

www.release-drogenberatung.de
Hier finden Sie Hilfe und Unterstützung bei Drogenproblemen.

 


Negativliste der Elternarbeit ... oder: Wie mache ich meinem Kind und den Lehrern die Schule schwer: 

  • Seien Sie immer forsch und fordernd. Lehrer sind träge und bedürfen dringend des Anschubses von uns Eltern. 

  • Top-Down-Prinzip. Erste Anlaufstelle ist das Kultusministerium. Dann erst das Oberschulamt. Eventuell lassen Sie sich auch herab, mit der Schulleitung zu reden. Alle Stufen darunter - Klassen- oder gar Fachlehrer sind keine akzeptablen Ansprechpartner. 

  • Die Schuldfrage ist nicht Gegenstand der Verhandlungen. Ihr Kind wird von beamteten Pädagogen unterrichtet, die mit ihrem Beamtenstatus auch eine Pauschalverantwortung für alle Unbill des Schullebens übernommen haben. Vergessen Sie das nie - und lassen Sie sich da auch nicht von abbringen. 

     Gute Noten sind eine Verantwortung der Lehrer; nicht der Schüler (oder gar der Eltern). Schüler sind passive Opfer. 

  • Der Zusammenhang zwischen Hausaufgaben, Lernen, Aufmerksamkeit sowie Ordnung und Leistung ist nicht bewiesen ... Lehrer müssen im Einzelfall nachweisen, dass schlechte Noten nicht auf pädagogisch-didaktische Fehler zurückzuführen sind. 

  • Suchen Sie regelmäßig den Kontakt zum Lehrer. Besonders kurz vor den Zeugnissen ist ein sehr günstiger Zeitpunkt alle Fachlehrer auf die besondere Bedeutung des eigenen Kindes wiederholt hinzuweisen. 

  • Schulnoten kommen völlig beliebig zustande und können und sollten somit zentraler Gegenstand aller Verhandlungen sein. 


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Noch Tag(e) bis zu den Pfingstferien!